Onkyo ist zurück – und meldet sich mit einem Aktivlautsprecher zurück, der Fernseher, Plattenspieler, PC und Smartphone aus einem Guss bedient. Was der GX-30ARC im Test leistet und für wen er sich lohnt.
Onkyo. Wer ein gewisses Alter hat und früher ernsthaft Musik gehört hat, kennt den Namen. Die Japaner haben in den 80ern und 90ern Verstärker und Receiver gebaut, die in Wohnzimmern rund um den Globus standen und tadellos ihren Dienst taten. Dann wurde es still. Sehr still. 2025 haben sich die Japaner mit dieser kompakten Aktivlautsprecherserie für den Schreibtisch zurückgemeldet. Der Onkyo GX-30ARC ist das größere der beiden Modelle aus Onkyos Creator Series – rund 299 Euro das Paar, in Schwarz oder Weiß, mit einer Anschlussliste, die sich liest wie der Wunschzettel eines Audiophilen, der partout nicht wählen will.
Onkyo Creator Series: Wer steckt hinter dem Comeback?
Kurzer Kontext, weil er wichtig ist: Der Name Onkyo gehört seit einigen Jahren zur Premium Audio Company, einer Tochterfirma von Voxx International. Die Fertigung liegt nicht mehr in Japan – aber das Engineering und die DSP-Entwicklung schon. Man merkt, dass da Leute am Werk waren, die wissen, was sie tun. Das ist kein Lizenzdeal mit Logo drauf. Die Creator Series ist ein echter Neustart mit echtem Anspruch.
Design und Verarbeitung: Kompakt, solide, unauffällig gut
Die Onkyo GX-30ARC Aktivlautsprecher kommen gut verpackt, beidseitig in Schaumstoff gebettet. Man entnimmt zwei kompakte Boxen – die eine mit dem kompletten Anschlussaufgebot und Verstärker drin (Primary Speaker), die andere als passive Satellitenbox. Dazu gibt es das Verbindungskabel zwischen den Boxen, ein Netzkabel, Kunststoffständer mit 10-Grad-Neigung und eine Infrarot-Fernbedienung.
Die Verarbeitung ist solide und passend zum Preis. Die matten Oberflächen wirken sauber und zeitgemäß. Die magnetisch befestigten Gitter machen einen guten Eindruck. Was sofort ins Auge fällt: drei LED-Anzeigen am Primary Speaker, die je nach aktiver Quelle die Farbe wechseln – Blau für Bluetooth, Grün für HDMI, Weiß für USB-C, Bernstein für AUX, Gelb für Optisch, Pink für RCA. Simpel, funktional, im Alltag angenehm praktisch.
Anschlüsse des Onkyo GX-30ARC: HDMI ARC, USB-C, Phono und mehr
Bevor wir über Klang reden: Die Konnektivität der GX-30ARC Aktivlautsprecher ist in dieser Preisklasse schlicht konkurrenzlos. Was einen hinten am Primary Speaker erwartet, entspricht der Rundumsorglos-Lösung:
HDMI ARC für die Direktverbindung zum Fernseher oder zur Konsole. USB-C mit eingebautem DAC, also keine externe Soundkarte nötig. Optischer Digitaleingang. RCA-Stereoeingang mit zuschaltbarem Phono-Vorverstärker – das bedeutet, man kann einen Plattenspieler ohne externen Phono-Preamp direkt anschließen. 3,5-mm-AUX für alles, was sonst noch so da ist. Bluetooth 5.3 LE Audio. Und ein Subwoofer-Ausgang für alle, die dem Bass-Fundament irgendwann auf die Sprünge helfen wollen.
Das ist kein Aktivlautsprecher, der einen Eingang hat. Das ist ein Audio-Hub, der auch Musik spielt. Für jemanden, der PC, TV, Plattenspieler und Smartphone gleichzeitig im Setup hat, ist der GX-30ARC buchstäblich die einzige sinnvolle Lösung in dieser Preisklasse.
Einziger echter Ärger: Das Verbindungskabel zwischen den beiden Lautsprechern ist ein proprietäres vierpoliges DIN-Kabel, das rund zwei Meter lang ist. Für einen typischen Schreibtisch ausreichend, für ein Regal mit mehr Abstand oder ein TV-Setup im Wohnzimmer schnell zu kurz.
Bi-Amping und DSP: Wie der Onkyo GX-30ARC klingt
Onkyo setzt im GX-30ARC auf Bi-Amping: Hochtöner und Tieftöner werden von je einem dedizierten Class-D-Verstärker angesteuert – 17 Watt für den 4-Zoll-Tieftöner, 8 Watt für den 0,75-Zoll-Hochtöner. Klingt nach wenig, ist im Nahfeld-Betrieb aber mehr als ausreichend.
Dazu kommt eine hauseigene DSP-Technologie in zwei Modi: Default und Flat. Im Default-Modus klingt der GX-30ARC fett und dicht – Bass etwas aufgeblasen, Präsenz leicht strapaziert. Das gefällt im ersten Moment, ermüdet aber. Der Flat-Modus ist die richtige Wahl: ausgewogener, klarer, ehrlicher. Nicht perfekt flach im messtechnischen Sinne – Onkyo spricht von einer psychoakustisch angepassten Wiedergabe – aber im Ergebnis deutlich angenehmer und alltagstauglicher.
Im Nahfeld öffnen die GX-30ARC eine für ihre Größe bemerkenswert breite Bühne. Stimmen stehen fest in der Mitte, Instrumente ordnen sich sauber links und rechts ein. Der Hochtonbereich ist fein und klar, ohne zu stechen. Der Bass ist knackig und für einen 4-Zoll-Treiber respektabel tief – wer mehr will, hängt einen Subwoofer via RCA-Ausgang dran.
Was man wissen sollte: Diese Aktivlautsprecher sind Nahfeld-Lautsprecher. Kein Raumfüller, kein Partybox-Ersatz. In einem mittelgroßen Wohnzimmer als einzige Klangquelle stoßen sie am Maximalpegel an ihre Grenzen. Auf dem Schreibtisch oder neben dem Fernseher auf dem Regal sind sie dagegen absolut in ihrem Element.
Phono-Eingang, Bluetooth und HDMI ARC im Praxistest
Der eingebaute Phono-Vorverstärker ist eine nette Dreingabe, aber kein Hochgenuss. Er funktioniert, klingt akzeptabel, und hat sogar einen Rumpelfilter – was für eine eingebaute Phonostufe in dieser Preisklasse ehrlich beeindruckend ist. Wer einen ordentlichen Plattenspieler hat, greift besser zu einem externen Phono-Pre und schließt über RCA-Line an.
Bluetooth 5.3 LE Audio funktioniert stabil und mit niedriger Latenz. Allerdings bleibt SBC der einzige unterstützte Audiocodec – kein aptX, kein AAC, kein LDAC. Für Spotify und Co. macht das im Alltag kaum einen Unterschied, wer aber verlustarm streamen will, nimmt den optischen oder USB-C-Eingang.
HDMI ARC ist dagegen eine echte Stärke. Die Verbindung zum Fernseher funktioniert plug-and-play, die Lautstärke lässt sich mit der TV-Fernbedienung steuern, und der Klang ist spürbar besser als was die meisten Flat-TVs intern mitbringen. Als TV-Soundlösung für einen mittleren Raum sind die GX-30ARC eine ausgezeichnete Wahl.
Bedienung und Fernbedienung: Rückseitig, aber gut gelöst
Alle Bedienelemente – Eingangswahlschalter, Lautstärkeregler, Standby – sitzen an der Rückseite des Primary Speakers. Wer die Box auf dem Regal stehen hat, muss sich gelegentlich bücken oder strecken. Die beigelegte Infrarot-Fernbedienung federt das gut ab: Eingang wählen, Lautstärke regeln, Track skippen – alles klappt damit. Die LED-Quellanzeige vorne hilft beim schnellen Überblick. Nichts muss man sich merken, nichts im Menü suchen.
Onkyo GX-30ARC vs. Edifier R1280DB und Klipsch R-41PM: Wie schlägt man sich im Vergleich?
Im direkten Vergleich mit der Konkurrenz sticht der GX-30ARC vor allem durch seinen HDMI-ARC-Eingang heraus – den bieten weder der Edifier R1280DB noch der Klipsch R-41PM in dieser Preisklasse. Auch der Subwoofer-Ausgang und die Bi-Amping-Architektur sind Alleinstellungsmerkmale. Wer hingegen vor allem audiophilen Klang ohne HDMI-Setup sucht, ist mit dem Klipsch R-41PM klanglich auf ähnlichem Niveau – aber ohne die Anschlussvielfalt des Onkyo.
Fazit: Für wen lohnt sich der Kauf des Onkyo GX-30ARC?
Der Onkyo GX-30ARC Test zeigt einen Aktivlautsprecher, der kein perfektes Gesamtpaket ist, aber in seiner Preisklasse als echter Allrounder heraussticht. Das proprietäre Verbindungskabel, fehlende Premium-Bluetooth-Codecs und die rückseitige Bedienung sind echte Schwachstellen. Aber die Anschlussliste – HDMI ARC, USB-C, Phono, Optisch, Bluetooth, Subwoofer-Ausgang – ist in dieser Klasse konkurrenzlos.
Wer einen Desktop-Lautsprecher sucht, der Fernseher, Plattenspieler, PC und Handy aus einem Guss bedient, ohne externe Hubs, Phono-Preamps oder Umschalter – der findet hier für knapp 299 Euro die überzeugendste Antwort auf dem Markt. Onkyos Rückkehr ist geglückt. Schön, dass die wieder da sind.
Onkyo GX-30ARC | ca. 299 € | Schwarz und Weiß | onkyo.com

